Tino Kunstmann General Manager Bravado zu Gast beim Musikbusiness-Podcast ThemaTakt.

Tino Kunstmann – der Merchandise-Shop-Architekt

Vom Rapper und Producer zum Merchandise-Shop-Architekten
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Merchandise, Nachhaltigkeit, Kommerzialisierung und HipHop-Geschichte darum geht’s in dieser Folge. Tino Kunstmann ist General Manager vom Onlineshop und Merchandise-Service Bravado, der zur Universal Music Group gehört. Damals war er Teil des HipHop-Dous Tefla & Jaleel. (Zwischen 2001 und 2005 haben sie drei Alben rausgebracht.) Ein eigenes Label namens Phlatline Records hat Tino zusammen mit Ron „DJ Ron“ Schindler gegründet. Der meint: „Tino ist einer der zielstrebigsten Menschen, die ich kenne. Ohne großes Gelaber, lässt er einfach Taten sprechen.“ Tino hat 2006 den Merchstore gegründet und Kooperationen mit den Beginnern, Genetikk, Fler oder Freundeskreis gearbeitet. 11 Jahre später hat er den Merchstore an Universal verkauft und ist dort seit 2017 für Bravado zuständig. Was genau er da macht, wie die Arbeit an der Back2Green-Linie von Green Berlin (Marteria) abgelaufen ist und wie er die Zukunft des E-Commerce einschätzt, erfahrt ihr im Interview. In diesem Gespräch geht es vor allem um die Arbeit in einem sehr großen Shop, der u. a. Billie Eilish und Sido-Merch verkauft. Wenn euch Merch in kleineren Stückzahlen interessiert, hört unbedingt Folge 52 mit Đắx Nguyễn. Die findet ihr überall wo’s Podcasts gibt. Ihr könnt ThemaTakt unter thematakt.de/spenden oder paypal.me/thematakt unterstützen. In der nächsten Folge ist Mzee.com-Chefredakteurin Florence „Lupa“ Bader zu Gast. Damit ihr die Folge nicht verpasst: Abonniert und folgt dem ThemaTakt-Podcast auf Spotify, Amazon Music, Deezer und Apple Podcasts. Wenn ihr da auch noch bewertet, ist mein Tag gerettet. – Tobias Wilinski

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Musik: Benethy

Intro-Voice: Henrike Möller

Interview & Produktion: Tobias Wilinski

Genannte Namen und Begriffe:
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Journalist Falk Schacht im ThemaTak-Podcast

Falk Schacht – sein Leben als hochsensible Person

Von der Straße in den Hörsaal

Im ersten Teil des Interviews mit Falk Schacht ging es zum großen Teil um seine Rolle als Berater für Unternehmen, Festivals und Künstler*innen. In dieser Folge hier, geht es um die Geschichte von Falk und wie er dahin gekommen ist, wo er jetzt ist. Sein Weg war lang, deswegen ist die Folge auch etwas länger. Im Interview erfahrt ihr, wie Falk lernen musste mit sich und seinem Umfeld zu leben, welche Krisen er überwunden hat und wie er zu seinem Beruf – oder wie er sagt seiner Berufung – gefunden hat und wie er als Moderator der Sendungen Supreme und später Mixery Raw Deluxe gearbeitet hat. Vor ein paar Jahren hat Falk außerdem festgestellt, dass er eine hochsensible Person (kurz HSP) ist. Zu dem Thema arbeitet er auch beim Podcast „Sensitiv Erfolgreich“ mit. Abonniert den überall wo’s Podcasts gibt. So wie Falks weiterem Podcast „Schacht und Wasabi“ und meinem weiteren Podcast „Talk This Way.“ Ihr dachtet bis jetzt, dass jeder Mensch Podcasts macht, falsch! Falk und ich machen einfach sehr viele. Gebt all diesen Podcast auch ne Bewertung bei Apple Podcasts, damit wir für immer in den Charts bleiben. Nach diesem Gespräch habe ich Falk und seine Geschichte viel besser kennengelernt (ich hoffe, ihr auch) und bin dankbar, dass er so einen tiefen Einblick in sein Leben gegeben hat. Abonniert und folgt ThemaTakt, damit ihr alle kommenden Folgen auf dem Schirm habt, überall wo’s Podcasts gibt und nehmt euch bitte eine Minute, um eine Bewertung bei Apple Podcasts da zu lassen. – Tobias Wilinski

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Teil 1 des Falk-Schacht-Interviews findet ihr hier:

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Interview & Produktion: Tobias Wilinski

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Das Musikbusiness-Update April. Rechts auf dem Bild: Tobias Wilinski

Musikbusiness-Update April 2021

Grammy Awards, Songrechte-Shopping, Loud and Clear

In dieser Folge erfahrt ihr, was ihr an Musikbusiness-News im März verpasst habt. (Mehr Infos unter thematakt.de/update)

– Musikmarkt wächst
– 10-Punkte-Plan-Streaming-Reformierung
– Grammy Awards
– Spotify „Loud and Clear“
– Kauf von Songrechten UMG, Sony, Hipgnosis, KKR, BMG
– Streaming-News Amazon Music, Deezer, YouTube
– Triller kauft Verzuz – Peloton Koop
– Lil Nas X verkauft Blut-Schuhe
– Spotify kauft Locker Room – der Clubhouse-Killer?
– Eventim-Umsatz stark eingebrochen
– Helene Fischers Rekord geknackt – Mit Verachtung-Podcast zurück

Weltweit ist der Musikmarkt im vergangenen Jahr um 7,4% gewachsen

Mit 18,5% sind besonders die Einnahmen aus Streaming gewachsen (Spotify oder YouTube für umme also nicht mitgerechnet). Wenn man die Gratis-Varianten mitrechnet sind es sogar 19,9%. Lateinamerika gilt laut Report als am schnellsten wachsende Region in dem Sektor – da sind die Streaming-Einnahmen sogar um mehr als 30% gewachsen. Alles in den Schatten stellt der Musikmarkt in Südkorea: Um 44,8% ist er im Vergleich zu 2019 gewachsen. Ein Interview, das ein bisschen Einblick in gibt, warum K-Pop so erfolgreich ist, lest ihr hier im Interview mit dem Global CEO von Big Hit Entertainment (BTS Label, das neuerdings unter HYBE firmiert).  Hier geht’s zum ganzen Musikmarkt-Report von IFPI. Klingt trocken, ist aber sehr hübsch mit Bildern! 

10 Punkte-Plan-Streaming-Reformierung

Was sollte passieren um das meiste aus den Streaming-Möglichkeiten zu machen? Mit dieser Frage hat sich IMPALA (Vereinigung von Independent Music Companies) beschäftigt und einen 10 Punkte-Plan vorgestellt (hier komplett als PDF). Darin fordert sie u. a. eine faire zeitgemäße „Digital Royalty Rate“. Außerdem fordert sie Streaming-Dienste auf, verschiedene Modelle auszuprobieren. Das Pro Rata-Modell beispielsweise oder dass Songs nicht pauschal nach 30 Sekunden gezahlt werden, sondern es auch einen Bonus geben sollte, wenn ein längerer Song fünf Minuten gehört wurde. Die Möglichkeit seine eigenen Songs prominenter zu platzieren, aber dafür weniger an seiner Musik zu verdienen, lehnt die Organisation ab. Spotify hatte diesen Discovery Mode vorgestellt und viel Kritik eingesteckt. IMPALA sieht solche Features als neue Art der Payola (bezahlen, um im Radio zu laufen).

Spotify Loud and Clear

Nach Protesten vor verschiedenen Spotify-Standorten hat das Unternehmen jetzt eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben und eine ausführliches FAQ veröffentlicht. Zahlen, die ihr auf der Seite herausfindet: 

Wie viele Künstler*innen haben "Recording and Publishing Royalties von über 1k Dollar generiert? 184.500 (von 138.300 im Vorjahr)
10k? 42.100 (14.700)
100k? 6.700 (7.800)
1 mio. Dollar  870 Künstler*innen (730).

Es gibt auch ein Tool mit dem ihr Streaming Zahlen vergleichen könnt. Mehr als 207.000 Songs wurden laut Spotify alleine 2020 mehr als eine Million Mal gestreamt. Laut Spotify gibt es 7.000 Künstler*innen, die mindestens eine Million monatliche Hörer*innnen haben. Wow! 2020 haben es über 76.000 Artists das erste Mal in Spotify Playlists geschafft. Die meisten wurden durch das Spotify-Pitching-Tool entdeckt.

Spotifys Head of Music Maik Pallasch geht

Er verlässt Spotify nach dreieinhalb Jahren, wo es in Zukunft hingeht, hat er nicht verraten. Wenn ihr seinen Job wollt, bewerbt euch hier!  

Weitere Streaming-News:

Deezer ermöglicht bald auch im Family Account Hi-Fi-Streaming

Amazon Music zeigt jetzt Merch in der App

YouTube stellt TikTok/Insta-Reels-Konkurenz in den USA vor
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Eventims Umsatz stark gesunken
Keine Überraschung: Eventims Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 82,2 Prozent gesunken. Der Konzern-CEO ist trotzdem zuversichtlich, dass Eventim startklar ist, wenn es wieder zurück auf die Bühnen geht. Wann wird das sein. Im vergangen Monat ist die Aktie um mehr als 10 Prozentpunkte gefallen und damit steht sie bei knapp 49 Euro noch recht gut da. Nach dem krassen Einbruch zu Lockdown-Beginn, ist die Aktie im Februar 2021 mit 57 Euro fast wieder zurück aufs All-Time High (das Lag bei 61 Euro). Liegt das allein an der Hoffnung von Anleger*innen, die 5 Jahre in die Zukunft blicken und deswegen kaufen? Ich freu mich, wenn mir das jemand erklären kann.

Helene Fischer entthront

Und zwar von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen. 358 Wochen lang hält sich das Album „Die besten 30 Spiel und Bewegungslieder“ jetzt schon in den Charts. Rekord!

Mit Verachtung Podcast von Casper und Drangsal nach 2 Jahren Pause zurück

Vor allem cool, dass sie dazu eine große Kampagne mit Pressemitteilung, Plakatierung und aufwendigem Video-Teaser gefahren haben.

Journalist Falk Schacht im ThemaTak-Podcast

„Wenn ihr nicht mitspielen wollt, dann machen wir es einfach selber!“ Falk Schacht im Interview

Wie Unternehmen mit HipHop arbeiten sollten – und wie nicht!

Falk Schacht ist Journalist, Podcaster und berät Unternehmen als Consultant. Eine Übersicht über seine Projekte:

– Seit 2017 macht er mit Jule den Schacht und Wasabi Podcast für Puls vom BR
– er hat eine wöchentliche Radio-Sendung mit DJ Mad von den Beginnern auf NJoy
– er arbeitet für die Backspin, wo er z. B. das YouTube-Format Frag Falk veröffentlicht
– Macht den Online Marketing Rapstars-Podcast
– Arbeitet an zwei mehrteiligen Dokus
– Hält Vorträge
– Und berät eben als Consultant Künstler*innen, Unternehmen und Festivals. In dieser Folge geht es vor allem um diese Tätigkeit und wie Marken gut oder schlecht mit HipHop arbeiten.

Falk arbeitet außerdem am Podcast „Sensitiv Erfolgreich“ mit. Um das Thema Hochsensibilität geht’s dann mehr im zweiten Teil des Interviews. Das hört ihr in der nächsten Folge. In der geht es dann um Falks Geschichte, wie er Beats produziert, gerappt, ein Studio betrieben, ein Label gegründet hat und wie er dahin gekommen ist, wo er jetzt ist.

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Überall wo’s Podcasts gibt, findet ihr jetzt auch einen neuen Podcast von mir, den mach ich zusammen mit Walk This Way Records-Labelchef Patrick Thiede (den ich übrigens über ein Interview kennengelernt habe). Der Podcast heißt TALK THIS WAY. In der ersten Folge sprechen wir mit Finch Asozial über seine Karriere, seinen Schaffungsprozess und wie sehr es ihn mitnimmt, dass er nicht live auftreten kann. Abonniert den TALK THIS WAY-Podcast überall wo’s Podcasts gibt und hinterlasst bei Apple Podcasts eine Sternebewertung.

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Teil 2 des Falk-Schacht-Interviews findet ihr hier:

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Musik: Benethy

Intro-Voice: Henrike Möller

Interview & Produktion: Tobias Wilinski

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Sierra Kidd im ThemaTakt-Interview (Bild: @einfachmemo)

„Ich will magische Momente bei den Fans erschaffen.“ Sierra Kidd im Interview

Aus der Drogensucht zum Musikmanager.

Sierra Kidd ist erst 24, aber schon seit fast zehn Jahren in der Musikindustrie. Mit 15 hat er seine Heimatstadt Emden verlassen und ist nach Berlin gezogen, um bei Indipendenza zu unterschreiben – dem Label von RAF Camora. Warum er es nach einem Jahr wieder verlässt, erzählt er euch im Interview. Sierra Kidd gründet 2015 dann sein Label TFS (TeamFuckSleep) und ist für drei Jahre der einzige Künstler auf seinem Label. Dann nimmt er Edo Saiya unter Vertrag, dessen Zahlen sich laut Kidd nach dem ersten Jahr verzehnfacht haben. Anschließend signt er die Künstlerin Cheriimoya. Mit der er den Song „Living Life, In The Night“ veröffentlicht. Mit mehr als 31mio. Streams auf Spotify ist es auch für Sierra Kidd der meistgestreamte Song seiner Karriere. Mittlerweile hat er das Label zum Management umgewandelt. Weil mit seinem Partner Jan Rode alles selbst macht, hat er jetzt schon sehr viel Ahnung von der Musikindustrie. Im Interview geht’s außerdem darum, wie Kidd mit emotionalen Krisen und seiner Angststörung umgeht, was er aufstrebenden Künstler*innen rät und warum er vielleicht nie wieder live auftreten wird. Folgt @thematakt auf Instagram für das Sierra Kidd-Fanfragen-Interview und abonniert den Podcast!

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Musik: Benethy

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Interview & Produktion: Tobias Wilinski

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Musikbusiness-Update März

Ich bin das erste Mal seit 2019 wieder im Flow und hab in der vergangenen Woche zwei Interviews geführt. Das erste ist gestern rausgekommen, das nächste (mit Sierra Kidd) erscheint, wenn alles gut geht, am kommenden Dienstag. Viel Spaß beim Lesen oder Hören!

Spannendes aus der Musikwelt

Streaming-Revenue Analyse USA

Diese Analyse zeigt, dass die Zahl an bezahlten Streaming-Abonnent*innen in den USA im letzten Jahr um den größten Teil in der Geschichte gewachsen ist (+15,5 Mio). Trotzdem sind die dadurch generierten Einkommensströmme deutlich weniger gewachsen. (+ 897 Millionen Dollar – im Vorjahr waren es bei weniger Abonnent*innen-Zuwachs +1,5 Milliarden). Laut Spotify-CEO wird es aber in naher Zukunft, keine Preiserhöhungen für die Abos geben. (Langfristig muss es die aber geben. Ich vermute, dass das keine 5 Jahre dauern wird.)

Spotify-Stream On-Event

Im YouTube-Livestream hat Spotify viele Zahlen, Zukunftspläne und Neuigkeiten rausgehauen. Laut Spotify werden täglich 60.000 Songs auf Spotify hochgeladen. Seit den letzten 4 Jahren ist die Zahl der Künstler*innen, die mehr als 1mio Dollar generieren konnten, um mehr als 82% gestiegen auf über 800 Artists. 7500 verdienen über 100k (die Zahl ist um 79% gestiegen). Wichtig: Die Steigerung bezieht sich eben auf die letzten 4 Jahre, das ist kein jährliches Wachstum. Außerdem wird Spotify in 80 weiteren Ländern starten. Die Aktie ist an dem Tag des Events übrigens auf einen neuen Höchstwert gestiegen, der Kurs ist aber mittlerweile wieder deutlich gefallen. Das Event inklusive vieler Cringe-Momente und Selbstbeweihräucherung könnt ihr euch hier anschauen.

Major-Labels machen immer weniger der Spotify-Streams aus

Wie wir es schon in den Musik Business Trends 2021 vorher gesagt haben, der Anteil der Major Labels an der Gesamt-Industrie sinkt. Das hat eine Midia-Studie ergeben. In den letzten Jahren haben sie erst 2%, dann 3% und jetzt 4 % eingebüßt. Mark Mulligan von Midia: “Even with all the caveats considered, the direction of travel is clear: streaming is paving the way for a new breed of independent, one that is gaining share at the expense of both majors and traditional independents.”

GENUG VON SPOTIFY!

SoundCloud „revolutioniert die Streaming-Bezahlmethode“

So schreibt MusicBusinessWorldwide. Auch dieses Thema behandeln wir im der MusikBusiness-Trends Folge: User Centric Payment vs. Pro Rata Payment. So ist SoundCloud der erste Dienst (Deezer arbeitet auch daran), der dann ab dem 1. April die Bezahlmethode ändert. Das würde bedeuten, dass wenn ihr nur eine Künstler*in im Monat hört, diese Person auch all euer Geld bekommen würde. (Eben User Centric – Benutzer*innen-Zentriert).

Ich muss jetzt mal zum Ende kommen, deswegen nur ganz kurze Tipps:

Jay-Z hat 50% der Anteile seines Champagners „Ace of Spades“ an LVMH (Louis Vuitton Moet Hennessy) verkauft. Hier ein Interview. Und die Plattform von Jay-Z Tidal wird vom Zahlungsdienstleister Square übernommen. Hier will man wohl mehr Zahlungsmöglichkeiten für Künstler*innen schaffen. Derzeit bietet Spotify auf Artistpages Spendedenmöglichkeiten über den Square-Konkurrent PayPal an.

Kurze Doku: Drakes Fotograf behind the scenes

Aktuelle ThemaTakt-Folgen

Ich bin ganz ehrlich: ich hätte nicht gedacht, dass ich in diesem Jahr so Verdammt fleißig sein würde. Deswegen kann man in diesem Zeitraum schon zwei ThemaTakt Folgen raus.

#54 Teil 2: Tobi Zumak (Product Manager Four Music – jetzt Treppenhaus Records)
Im zweiten Teil des Tobi Zumak-Interviews geht es um seinen Lebensweg, seine Zeit als Manager von Marteria und auch viel um den Verein für Popkultur.

Bonus Zumak im Video
Ich habe das Interview mit meiner Canon EOS und meinem iPhone mitgefilmt. Und auch, wenn ich vergessen hatte die Abtastraten von Kamera und Audiospur abzugleichen, ist dieses schöne 18 Minuten-Video zur Tobi Zumak-Folge entstanden. Abonniert und lasst einen Like auf YouTube.

#55 Steffi Kim (Gründerin der Agentur KIMKOM)
Dieses Interview liegt mir wirklich sehr am Herzen. Neben Steffis Agentur-Arbeit mit YouTube Music beispielsweise geht es auch um Diversität und Inklusion in der Musikindustrie. Falls ihr die Folge schon gehört habt, hier noch ein paar Link-Tipps:
* Steffis Kolumne bei der MusikWoche lesen (Aria Nejati im Interview)
* Steffi im Interview beim Podcast Raketerei
* Steffi moderiert ein Panel zur Inklusion auf dem Reeperbahn-Festival
* Steffi Kim auf Insta

Folge hören

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Da gibt’s ein paar Möglichkeiten:
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* Schick mir ein paar Cent per Paypal
* Unterstütze meine Arbeit regelmäßig per Patreon ( oder Steady

Vielen Dank fürs Lesen und bis bald!
Tobias Wilinski

Stefanie Kim zu Gast im ThemaTakt-Podcast

„Unsere Gesellschaft müsste eigentlich schon viel weiter sein.“ Steffi Kim im Interview

Von den HipHop-Jams der 90er zur Agentur-Chefin.

Steffi Kim ist vor etwas mehr als 20 Jahren bei NBC GIGA in die Medienwelt gestartet. Anfang der 2000er hat sie sich dann um die Video Promotion gekümmert. Für ein Jahr war sie beim Label Edel Germany, da steht auch jetzt noch beispielsweise Scooter unter Vertrag. Anschließend ist Steffi zu EMI Music gewechselt und später zur Head of TV Promotion aufgestiegen. Dort hat sie 10 Jahre lang gearbeitet. Zu dem Zeitpunkt war EMI Music noch eins der vier größten Majorlabels, bevor es 2011 größtenteils von Universal aufgekauft und zerschlagen wurde. Bevor das passiert ist, hat Steffi Kim sich 2010 selbständig gemacht und ihre eigene Agentur gegründet: KIMKOM. Sie hat mittlerweile sowohl mit allen Major-Labels Warner, Sony, Universal gearbeitet als auch mit Zalando oder Google. Dazu kommen Künstler*innen wie Paul McCartney, Genesis, Pink Floyd, Lukas Rieger – für den Steffi mittlerweile das komplette Management übernommen hat – oder BTS die super erfolgreiche Boygroup aus Südkorea. Trauriger Fakt: Nur wenige Tage nachdem wir das Interview aufgenommen haben, hat ein Radiomoderator in seiner Sendung auf Bayern3 BTS rassistisch beleidigt. Aber auch in diesem Gespräch erzählt Steffi davon wie sie vor vielen Jahren von einem Radiochef rassistisch beleidigt wurde. Triggerwarnung, davon erzählt sie ungefähr ab Minute 50.

Der Rassismus in Sendungen von BR oder WDR sind nur ein paar Beispiele die zeigen: Wir haben in Deutschland Rassismusprobleme. Um diese zu bekämpfen hat Steffi 2020 eine eigene Kolumne gestartet, in der sie Leute in der Musikindustrie interviewt und über Diversität und Parität also Gleichberechtigung spricht.
Das Gespräch ist sehr sehr spannend, emotional und inspirierend. Und ich bin sehr dankbar, dass Steffi sich die Zeit genommen hat. Lest die Kolumne, die Stefanie Kim für die Musikwoche schreibt, hört ihr Interview im Podcast Raketerei und folgt ihr auch auf Instagram. Ich freu mich, wenn ihr mich unterstützt auf thematakt.de/spenden. Damit ihr die nächste Folge, in der ich mit Sierra Kidd über das Musik-Business rede, nicht verpasst, abonniert ThemaTakt auf Spotify, Apple Podcasts und überall wo es sonst noch Podcasts gibt. Abonniert auch den ThemaTakt-Newsletter. Die nächste Folge erscheint entweder kommenden Dienstag oder am Dienstag in zwei Wochen. Ich bin Tobias Wilinski – viel Spaß beim Hören!

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Ex-Marteria-Manager Tobi Zumak im Interview

Wie Tobi Zumak Marterias Manager wurde

Tobi Zumaks Weg ins Musikbusiness und seine Zeit als Marterias Manager. Das ist der zweite Teil des Interviews mit Product Manager Tobi Zumak. Warum gibt es diesmal zwei Teile? Die Folge wäre sonst deutlich über 90 Minuten lang gewesen und mein Ziel ist es, in Zukunft lieber mal zwei etwas kürzere Folgen rauszubringen als eine sehr lange. Außerdem gibt es jetzt einen klareren Fokus: In der ersten Folge ging es darum wie Tobi Zumak gerade arbeitet, also um die Gegenwart. In dieser Folge geht es u.a. um die Vergangenheit und Tobis Weg in die Musikindustrie. Gestartet ist er als der Manager von Marteria bzw. Marsimoto. Es geht aber auch um den Verein zur Förderung der Popkultur, der sich Ende 2020 zum Verein für Popkultur umbenannt hat und, warum Tobi damals in den Vorstand gegangen ist. Falls ihr den ersten Teil noch nicht gehört habt, macht das, ist super spannend. Ihr findet die Folge überall wo’s Podcasts gibt. Da findet ihr auch alle anderen Episoden. Abonniert auch den Musikbusiness-Newsletter. Mein Name ist Tobias Wilinski. Viel Spaß beim Hören.

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Interview & Produktion: Tobias Wilinski

Teil 1

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Product Manager Tobi Zumak (zu Gast beim ThemaTakt-Podcast) grinst in die Kamera

#54 Tobi Zumak (Senior Product Manager – Four Music – Treppenhaus Records)

Das erste Interview seit Mitte September, damals war A&R und Creative Director Stefanie Rohn zu Gast. Ich hab mich sehr darauf gefreut dieses hier raus zu bringen, weil es einen Bereich beleuchtet, den wir fast noch gar nicht beleuchtet haben: das Produkt-Management in der Musikindustrie.
Dazu habe ich mir Tobi Zumak eingeladen. Den habt ihr schon in den letzten beiden Folgen gehört, aber in dieser und der nächsten Folge hörte ihn noch mal ausführlich im Interview. Er ist 2003 als Manager von Marteria gestartet, hat dann bei Universal Music, Columbia/Four Music und Virgin Records gearbeitet, bevor er 2017 wieder zu Four Music gegangen ist. Da war er auch noch als wir das Interview im November geführt haben Senior Product Manager. Seit Februar 2021 arbeitet er als Product Manager bei Treppenhaus Records mit den Künstlerinnen LEA und LUNA. In dieser Folge erfahrt ihr wie ein Vorschuss funktioniert, in welchem Fall ihr beim Label unterschreiben solltet, was A&Rs tun und natürlich was Tobi als Product Manager tut. Die einzelnen Schritte gehen wir am Album von Zugezogen Maskulin durch, die auch schon bei ThemaTakt zu Gast waren. Unterstützt ThemaTakt unter https://www.thematakt.de/spende oder paypal.me/thematakt. Abonniert den ThemaTakt-Podcast überall wo’s Podcasts gibt und folgt bei Insta. Und abonniert den ThemaTakt-Newsletter! Der zweite Teil des Interviews erscheint am kommenden Dienstag, also unbedingt den Podcast abonnieren! Das am Ende erwähnte „Handbuch der Musikwirtschaft“ findet ihr unter diesem Link.* Mein Name ist Tobias Wilinski viel Spaß beim Hören!

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Teil 2


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Tobias Wilinski lächelt freundlich. Neben ihm steht "Karriere-Tipps für Künstler*innen 2021"

Wie aufstrebende Künstler*innen ihre Musik-Karriere aufs nächste Level heben (Teil 2)

Beitrag verfasst von Tobias Wilinski

Warum Künstler*innen einen Strategie brauchen

Eine Strategie zu haben ist nichtt zu unterschätzen meint auch Colin Schrinner von Tunecore:

„Es ist unfassbar wichtig, dass man gute Content- und Social-Media-Strategien macht. Sich auch einen Contentplan für die Veröffentlichungen anlegt und genau weiß, wo man hinwill und wie man sich selbst positioniert.“

Auch wenn das zu den Dingen gehört, auf die Künstler*innen vermutlich so gar keinen Bock haben. Ein Contentplan für Veröffentlichungen ist wichtig. Gerade wenn ich mit vielen externen Leuten zusammenarbeite, aber auch wenn ich alles Independent macht. Da hilft es zu wissen wann welcher Song rauskommt, wie man den vorstellen möchte, ob man Videos dafür produziert, ob man beim Videodreh fotos schießt. Zum Beispiel für Making of-Bilder bis hin zur Frage welche Hashtags will ich benutzen und wem schicke ich Promo-Material wie 10 Sekündige hochkantvideos, die meine Freund*innen hoffentlich teilen. Um mehr Leute zu erreichen, ist es auch gut kleinere Plattformen auszuprobieren. Das meint Matthias Strobel, er ist Präsident von MusicTech Germany, dem Bundesverband für Musiktechnologie in Deutschland:

„Nicht nur auf die bekannten Plattformen wie TikTok, Snapchat, Facebook, Instagram usw. setzen. Auch gucken, was gibt es noch für Plattformen oder Apps, die auch eine signifikante Anzahl an Userinnen hat z. B. Triller. Das ist eine Plattform, die soweit ich weiß aus Amerika kommt, auf der sind auch schon 40 oder 50 Millionen User sind. Triller hat auch einen Deal mit allen Major Labels, d.h. da ist das Lizenzierungsproblem nicht so ein großes. Im Grunde genommen ist die App so wie Tik Tok, nur dass sie noch eine Bandbreite an anderen Möglichkeiten bietet. Der Vorteil bei solchen Plattformen ist eben, dass man nicht in Competition mit so vielen anderen bekannten Stars oder Künstlerinnen steht, die schon eine besonders große Reichweite haben und schon sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern da kann man auch als kleine Künstlerin noch ne Fanbase erreichen.“

TikTok habe ich in der letzen Folge schon mit Instagram-Reels verglichen. In meiner Stichprobe kam ich zu dem Schluss, dass TikTok sich für Musik-Promo momentan deutlich besser eignet und in Deutschland auch noch mehr benutzt wird. OBWOHL instagram laut ARD-ZDF-Onlinestudie, von viel mehr Leuten genutzt wird. Es ist auf jeden Fall gut und wichtig auszuprobieren: Welche Plattform gefällt mir besser, womit kann ich besser umgehen, wo krieg ich mehr Reaktionen. Wenn ich viele Plattformen nutze, ist es wichtig, mir die Zeit zu nehmen, für jede Plattform auch einen eigenen Post zu machen. So was wie „Poste auf Instagram und der Post landet automatisch bei Twitter, Facebook, was weiß ich“ ist eine faule Variante, und das sehen auch meine Fans, die bei Twitter dann z. B. nur einen Link zu Instagram sehen – ohne Bild.
Das wirkt sich dann wiederum negativ auf meine Reichweite aus und die ist mit das wichtigste für mich, um als Künstler bekannter zu werden. Dazu Leander Kirschner, der Manager von Aylo. Die Künstlerin hat mit Insta-Reels zigtausend-Aufrufe gesammelt. Bei TikTok haben manche Videos die Millionen-Aufrufe geknackt.

„In meinen Augen ist es ganz wichtig, zu gucken: Wo kriege ich die Reichweite her? Wie baue ich Reichweite auf? Eine Kernkompetenz eines erfolgreichen Künstlers 2021 ist ganz klar die Vermarktung. Dabei ist natürlich TikTok nicht zu übersehen, muss man ganz klar sagen. Da kann man die Reichweite sehr gut aufbauen. Dann ist für den Künstler natürlich wichtig: Wie konvertiere ich diese Reichweite? Also nur weil man viele Follower auf TikTok hat oder viele Views erreicht, bedeutet es ja noch nicht, dass die Musik sehr gut läuft. Da gibt es unterschiedliche Beispiele es gibt Künstler, die es sehr gut schaffen zu konvertieren und welche, die es weniger gut schaffen. Das ist auf jeden Fall eine der Kernaufgaben, sich immer wieder zu überlegen: Wie mache ich meiner Audience klar, dass ich nicht nur Entertainer bin, Sondern auch Musiker? Wie können sie auf meine Musik stoßen? Ich kann immer nur sagen: Die Augen offen halten, Technologie benutzen und sehr sehr Fan-nah sein. Und sich immer wieder zu überlegen: Was kann ich tun, dass meine Fans – die ja am Ende auch meine Kunden sind – ein tolles Erlebnis haben und wie kann ich mich von anderen Künstlern abheben?“

Leander spricht hier einen super-wichtigen Punkt an: Angenommen, ich hab mir den genialsten Content-Plan gemacht, hab auf TikTok 100k Follower*innen und Videos, die Millionenmal aufgerufen wurden, aber nichts mit meiner Musik zu tun haben, was hab ich davon. Gerade lustige Videos kommen bei TikTok gut an, aber ich will ja kein Comedian sein, sondern angesehener Musiker. Ihr merkt, hier steckt viel drin. Viel haben wir schon in den letzten Minuten gehört. Image oder Identität: Möchte ich überhaupt als lustig wahrgenommen werden? Möchte ich überhaupt per Insta-Story Einblick in mein Privatleben geben? Wenn ich die Fragen mit Nein beantworten kann, muss ich mir andere Wege überlegen, wie ich diese Plattformen benutze und ob ich sie benutze.
Aber nochmal die Frage, weil sie grundlegend ist: Wie motiviere ich Leute, die mir folgen und meine Fotos liken, dazu auch meine Musik zu teilen und zu hören?

Wie oft sollten Künstler*innen Musik veröffentlichen?

Dass sich Streamingdienste gar nicht groß von Social Media-Plattformen unterscheiden, haben wir schon in der letzten Folge gesehen. Bei beiden spielen Aufmerksamkeit und Algorithmen eine große Rolle. Bei Spotify heißen algorithmischen Playlists z. B. Release Radar – die Playlist wird Freitags automatisch mit den neusten Songs von Künstler*innen denen ich Folge aktualisert – und Discover Weekly – hier landen auch ältere Songs drin und auch von Leuten, denen ich noch nicht folge. Um im Release Radar zu landen, solltet ihr regelmäßig also z. B. monatlich einen Song veröffentlichen. Das meint Colin Schrinner vom Indie-vertrieb Tunecore

„Man sollte kontinuierlich Musik veröffentlichen. Das ist ganz wichtig. Dann jetzt sagt, man released jeden Monat, hat man die Möglichkeit in „Release Radars“ und „Discover Weekly“-Playlisten aufgenommen zu werden und baut sich dadurch nachhaltig seine monatlichen Hörer auf.“

In einem Artikel habe ich gelesen, dass ihr nur einmal pro Monat im Release Radar landen könnt. Weiß aber nicht ob das stimmt. So oder so, kann die Strategie für euch jeden Monat Songs raus zu bringen gut sein – Gerade am Anfang der Karriere. Mit jedem Song, den ihr veröffentlicht könnt ihr wieder Promo machen, die einen Grund hat, also Musik-nah ist. Wie wir vorher gesehen haben, könnt ihr über Tik Tok und Co. ja alles mögliche posten, aber ihr wollt ja vor allem eure Musik verbreiten. So könnt ihr zum Beispiel den Produktions Prozess begleiten, bei Twitch live gehen und zusammen mit den Fans am Songwriting feilen oder auch eine Q&A-Fragerunde starten. Am Ende könnt ihr den Song promoten und sagen: „Jetzt ist der Song draußen, bei dem ihr mich begleitet habt. Viel Spaß dabei!“

Das Potenzial von Datenanalyse in der Musikindustrie

Spotify ist aber nicht nur eine Plattform, auf der ihr eure Musik anbieten könnt, sondern ihr könnt auch sehr viel analysieren. Ihr könnt im Backend bei „Spotify for Artists“ relativ genau sehen, wer eure Musik hört und was gut ankommt und viel gehört wird. Davon würde ich mich aber nicht verrückt machen lassen. Gute Songs werden vielleicht weniger gehört, als Songs bei denen ihr sagt, „die habe ich einfach mal runter geschrieben und rausgehauen und ist erfolgreich geworden.“ Also guckt da nicht zu sehr auf die Zahlen, sondern macht das worauf ihr Bock habt. Aber Zahlen können auf jeden Fall auch helfen ein grobes Gefühl zu bekommen. Und Analysetools klingt jetzt so hochtrabend, aber es sind am Ende auch Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram. Wo ihr in eurem Profil genau sehen könnt, wer euch genau folgt, wie alt sind Leute, wo kommen die her, wann sind die online etc. in all diesen Plattformen sieht Matthias Strobel von Musictech Germany Große Chance für aufstrebende Künstler*innen.

„Ich würde jeder Künstler*in das Herz legen, sich mehr mit Analyse Tools zu beschäftigen, gerade am Anfang der Karriere. Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wo es sich lohnt noch mehr Werbung zu platzieren, wenn man das Budget dafür hat oder Touren in der Zukunft zu planen. Generell ein Verständnis dafür zu entwickeln, wo die eigenen Fans zu Hause sind. Welcher Track performt am besten? Wo finde ich am meisten statt? Welche Kommentare sind wo? In welchen Playlisten finde ich in welchem Kontext statt? Wenn man sich mehr damit beschäftigt, einen Einblick zu bekommen wo die Fans sind, und wie die Fans funktionieren, geht es auch leichter und schneller, sich eine größere Fan Base aufzubauen.“

Matthias Strobel hat noch viel mehr Tools empfohlen (z. B. WARM (World Air Radio Manager), Soundcharts, Fortunes.io, soundexchange.com). Zu Analyse Tools, die euch zum Beispiel helfen können zu sehen, dass ihr viele Fans in Wiesbaden habt, so dass ihr sagen könnt: „Vielleicht ist es cool, wenn ich bei der Tapefabrik auftrete. Ich schreib denen mal.“ oder auch andere Erkenntnisse, können euch helfen, eure Karriere besser durchzumanövrieren. Das sieht auch Colin Schrinner von Tunecore so.

„Sich selbst einarbeiten in Themen wie Data Analyse: Wie sieht eigentlich meine Zielgruppe aus? Wer folgt mir eigentlich? Wie alt sind die? Wo kommen die her? Wen will ich eigentlich erreichen? Wen erreiche ich? Und wen könnte ich noch erreichen? Und wo habe ich eigentlich gar nicht gecheckt, dass meine Musik vielleicht auch gut ankommt? Daraus kann man unfassbar viele Schlüsse ziehen. Aber natürlich auch so Sachen wie Werbung schalten: Auch das geht ja selber mittlerweile über Facebook Business Manager oder auf YouTube. Da kann man selber sehr viel machen, sehr viel lernen und sich sehr viel beibringen.“

Podcasts, YouTube-Tutorials, Artikel, die meisten Dinge können wir gratis im Internet lernen. Zumindest die Grundlagen. Umso mehr ich weiß umso mehr kann ich selbst tun und umso günstiger wird es. Bleiben wir beim Beispiel von Werbung schalten. Ich kann eine Agentur beauftragen, auf das Video zur neuen Single Werbung zu schalten, aber natürlich muss ich die Agentur bezahlen. Das Geld was ich für die Agentur zahle und was danach verpufft, hätte ich in Werbung stecken können und noch mehr Leute erreichen. Ich muss mir natürlich sicher, sein, dass ich meine Werbekampagne nicht verkacke und so all mein Geld verbrenne. Und was für viele Künstler*innen wohl die größere Hürde ist: Ich muss mir die Zeit nehmen. Zeit um mir das Tutorial konzentriert anzugucken, mir einen Werbe-Account einzurichten und um die Werbung zu schalten und auch zu analysieren. Und eigentlich will ich in dieser Zeit doch einfach nur Musik machen.

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